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Onkologisches Zentrum Ortenau erhält Auszeichnung für gute Einbindung der Palliativmedizin

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Erst wenige Zentren in Deutschland erfüllen Vorgaben der europäischen Fachgesellschaft ESMO

Abbildung: Verleihung des ESMO-Zertifikats in Kopenhagen

Vertreter der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) übergeben auf dem Kongress in Kopenhagen das Zertifikat an Dr. Angela Nieder (2. v. links) und Dr. Jochen Rentschler (3. v. links) vom Onkologischen Zentrum Ortenau. © Ortenau Klinikum

Abbildung ESMO-Zertifikat des OZO

ESMO-Zertifikat des Onkologischen Zentrums Ortenau

Offenburg, 13. Oktober 2016 – In die Behandlung und Betreuung von Krebspatienten durch das Onkologische Zentrum Ortenau (OZO) ist die palliativmedizinische Versorgung optimal eingebunden. Zu diesem Ergebnis kommt die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO), die das OZO als „Integriertes Zentrum für Onkologie und Palliativmedizin“ ausgezeichnet hat. Bei einem Treffen der internationalen Fachgesellschaft am 9. Oktober in Kopenhagen konnten die Palliativmediziner Dr. Angela Nieder aus Lahr und Dr. Jochen Rentschler aus Offenburg, die für die ESMO-Akkreditierung des OZO verantwortlich waren, die Auszeichnung jetzt entgegennehmen. Das OZO ist damit eines von erst 20 Zentren in Deutschland, die den Vorgaben der größten europäischen Krebsgesellschaft entsprechen.

„Zu den zahlreichen Voraussetzungen gehören unter anderem eine eng vernetzte ambulante und stationäre Versorgung der Krebspatienten sowie die Beteiligung niedergelassener Haus- und Fachärzte und ambulanter Pflege- und Hospizdienste“, erklärt Dr. Andreas Jakob, Leiter des OZO und Chefarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Ortenau Klinikum in Offenburg. „Die Auszeichnung unterstreicht das hohe Niveau unserer Arbeit im Onkologischen Zentrum Ortenau“, betont auch Dr. Matthias Egger, Stellvertreter Leiter des OZO und Leiter der Sektion Hämatologie/Onkologie an der Medizinischen Klinik des Ortenau Klinikums Lahr-Ettenheim.

Die von ESMO geforderten hohen Standards wurden vom Onkologischen Zentrum des Ortenau Klinikums auf Anhieb erfüllt, wie Dr. Jochen Rentschler, Ärztlicher Leiter der Palliativstation und Leitender Oberarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Ortenau Klinikum in Offenburg, darlegt: „Wir halten eine Infrastruktur bereit, die es jedem Patienten ermöglicht, zu jeder Zeit, in der Bedarf besteht, qualifizierte palliativmedizinische Behandlung oder Beratung zu erfahren – ganz früh in seiner Erkrankung genauso wie in den letzten Tagen vor dem Tod.“ Der frühe Kontakt mit der Palliativmedizin sei besonders wichtig, da sowohl die Betroffenen als auch ihre Familien von einer sogenannten frühpalliativmedizinischen Intervention profitierten. Probleme psychischer, spiritueller oder körperlicher Art könnten auf diese Weise sehr viel früher entdeckt und angegangen werden, so der Palliativmediziner.

Im OZO arbeiten das Ortenau Klinikum Offenburg-Gengenbach und das Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim eng zusammen. Geleitet wird das Zentrum von Dr. Jakob und seinem Stellvertreter Dr. Egger. Beide Häuser verfügen über eine Palliativstation, die mit ihren eigenständigen Strukturen und Teams Teil des Onkologischen Zentrums Ortenau sind.

„Die Vorteile liegen ganz klar in Zusammenwirken und Austausch, aber auch in der Erstellung gemeinsamer Standards“, erläutern Dr. Rentschler und Dr. Angela Nieder, Oberärztin an der Medizinischen Klinik am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim, die interne Organisation. Zur intensiven Betreuung vor Ort stehen neben Pflegekräften und Ärzten Spezialisten aus mehreren Fachbereichen zur Verfügung. „Zum Behandlungsteam gehören zum Beispiel Psychologen, Seelsorger, Krankengymnasten, Physiotherapeuten, Ernährungsberater und Musiktherapeuten als absolut gleichwertige Partner“, zählt Dr. Rentschler auf. Dabei liegt es den Teams besonders am Herzen, den Behandlungswünschen und Zielen der Menschen zu entsprechen: „Statt unsere eigenen Vorstellungen und Werte auf den Patienten zu übertragen, versuchen wir zu spüren, was für den Einzelnen in seiner Individualität und Autonomie wichtig ist und ihn darin zu unterstützen“, so der Leiter der Palliativstation in Offenburg.

Neben der stationären Palliativmedizin bietet das Ortenau Klinikum einen spezialisierten ambulanten Dienst an: die sogenannte Brückenpflege. „Dieses Konzept existiert nur in Baden-Württemberg. In unserem Fall sind es Onkologie- und Palliativ- Fachpflegekräfte, die am Onkologischen Zentrum angestellt sind und Patienten in komplexen Fragestellungen begleiten und beraten“, erklärt OZO-Leiter Dr. Jakob. Die Brückenpflege ist auch Teil des Palliativteams Ortenau, das die Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung (SAPV) gewährleistet und neben den Brückenpflegekräften aus Palliativmedizinern aus dem niedergelassenen Bereich und der Klinik besteht. Die standortübergreifende Struktur gewährleistet, dass jeder Patient in palliativer Erkrankungssituation im Ortenaukreis zu jeder Zeit einen Ansprechpartner hat, der bei Krisen zur Verfügung steht und eingreifen kann.