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Ortenau Klinikum in Lahr führt neue Behandlungsmethode bei Leberzirrhose ein

Pressemeldung Mitteilung Lahr-Ettenheim

Weniger Komplikationen und mehr Lebensqualität für Patienten, die auf ein Spenderorgan warten

Bild: Professor Dr. Leonhard Mohr, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Diabetologie am Ortenau Klinikum in Lahr

Professor Dr. Leonhard Mohr, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Diabetologie am Ortenau Klinikum in Lahr. Bild: ©OrtenauKlinikum

Bild: Professor Dr. Brodoefel, Chefarzt am Institut für Radiologie am Ortenau Klinikum in Lahr

Professor Dr. Brodoefel, Chefarzt am Institut für Radiologie am Ortenau Klinikum in Lahr. Bild: ©OrtenauKlinikum

Lahr, 15 September 2016 – Das Ortenau Klinikum in Lahr bietet seit kurzem einen Eingriff an, der für Patienten mit einer Leberzirrhose Komplikationen in der oft langen Wartezeit auf ein Spenderorgan verringert und die Lebensqualität deutlich verbessert.

Menschen mit Leberzirrhose im fortgeschrittenen Stadium hilft oft nur noch ein lebensrettendes Spenderorgan. Doch die Wartezeit ist oft lang. Darüber hinaus sind die Patienten aufgrund der schweren Erkrankung in dieser Zeit häufig durch schwere Blutungskomplikationen bedroht und von der raschen Ansammlung von Bauchwasser geplagt. „Seit kurzem verfügen wir jedoch am Lahrer Klinikum über eine Technik, die die Situation der Patienten bis zur rettenden Organspende deutlich verbessert“, so Professor Dr. Leonhard Mohr, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie und Diabetologie am Ortenau Klinikum in Lahr.

TIPS heißt die Methode. Dabei handelt es sich um eine künstlich geschaffene Verbindung zwischen zwei großen Gefäßen in der Leber, welche durch einen Stent, also eine Gefäßstütze, ausgekleidet und offen gehalten wird. Die Vor- und Nachbereitung für die TIPS übernimmt das Team um Professor Mohr. Den Eingriff selbst jedoch führen die Ärzte um Chefarzt Professor Dr. Harald Brodoefel am Institut für Radiologie am Ortenau Klinikum in Lahr aus.

„Durch den Untergang der Leberzellen und die Ausbildung von Narbengewebe in der Leber, wird der Blutfluss durch das Organ stark behindert“, erklärt Professor Brodoefel. Die fatale Folge: Das Blut staut sich vor der Leber und sucht sich neue Wege, sehr häufig durch Venengeflechte entlang von Magen und Speiseröhre. Infolgedessen bilden sich Krampfadern in der Speiseröhre. Diese können platzen und zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen. Durch den Stau sammelt sich außerdem das lästige Bauchwasser, welches nicht selten einmal pro Woche im Krankenhaus abgelassen werden muss. Das Ergebnis des Eingriffs ist eine Kurzschlussverbindung zwischen dem gestauten Blut vor der Leber und den abfließenden Lebervenen mit einer deutlichen Druckentlastung der Bauchgefäße. Blutungen werden so vermieden und die Ansammlung von Bauchwasser oft drastisch reduziert. „Die neue Methode bedeutet ein Meilenstein in der Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose am Ortenau Klinikum in Lahr“, freuen sich die beiden Chefärzte.