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Sektion Fußchirurgie

Die Sektion Fußchirurgie in Ettenheim bietet eine funktionsorientierte, stadiengerechte, moderne Fußchirurgie. Hierzu gehören die Erkennung und Behandlung von Erkrankungen und Fehlstellungen, um Folgeschäden und frühzeitigen Verschleiß zu reduzieren oder sogar zu vermeiden.

Die Sektion ist mit ihrer Spezialisierung einzigartig in der Ortenau. Sie ist Teil der von Chefarzt Prof. Dr. Akhil P. Verheyden geleiteten Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie und wird von Dr. Charlotte Hase, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und anerkannte Spezialistin im Bereich Fußchirurgie, geführt und durch Dr. Mathias Brahm, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie,unterstützt.

Fußprobleme zählen zu den häufigsten Beschwerden des Menschen. Die Ursachen sind vielseitig und reichen von Fehlstellungen bis zu Fehlbelastungen des Fußes. Schon bei Kindern und Jugendlichen können behandlungsbedürftige Fußdeformitäten auftreten. Im Erwachsenenalter können sich vorbestehende Probleme stärker ausprägen und zu manifesten Schmerzen führen, aber auch zunehmender Gelenkverschleiß kann in neu auftretenden Beschwerden resultieren. Ursache hierfür können Fehl- und Überbelastungen, häufig nach Unfällen, aber auch berufliche und sportliche Belastungen sowie vorbestehende Fehlstellungen sein.

Schaubild Hallux valgus

Die häufigsten Fehlstellungen sind der Spreizfuß mit Hallux valgus und die Hammerzehen, gefolgt von der Arthrose. Nach Ausschöpfung konservativer Maßnahmen kann in vielen Fällen eine Operation die Fehlstellung verbessern und die Beschwerden lindern.

Leistungsspektrum

In der Sektion Fußchirurgie wird ein breites Behandlungsspektrum angeboten. Hierzu gehört die Behandlung von:

  • Fußdeformitäten wie Fehlstellungen der Großzehe: Spreizfuß, Hallux valgus, Hallux rigidus (Großzehensteife)
  • Hammer- und Krallenzehen
  • Fußdeformitäten bei Rheumatikern
  • Knick-Senkfuß bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
  • Arthrosen des Fußes und der Sprunggelenke
  • Hohlfuß, Sichelfuß, Spitzfuß
  • Sehnenprobleme
Schaubild Senkfuß

Der Hallux valgus ist eine der häufigsten Deformitäten am Vorfuß. Meist besteht eine familiäre Disposition und eine Bindegewebsschwäche. Dies kommt bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Andere anatomische oder neuromuskuläre Ursachen sind seltener.

Typisch ist die kontinuierliche Zunahme der Fehlstellung unter Aufspreizung der ersten beiden Mittelfußknochen: die Entwicklung eines Spreizfußes. Dadurch kommt ein übermäßiger Sehnenzug in Richtung Kleinzehen auf die große Zehe zustande. Es entwickelt sich ein Hallux valgus. Später kann dadurch auch die zweite Zehe bedrängt werden. An der Fußinnenseite erscheint eine Vorwölbung, das erste Mittelfußköpfchen, welche sich als Ballen darstellt. Über dem Ballen bildet sich bei Druck ein Schleimbeutel, der sich akut oder chronisch schmerzhaft entzünden kann. Da der erste Mittelfußknochen nicht mehr den vorgesehen Anteil an Last tragen kann, kommt es zur Überlastung des zweiten und dritten Mittelfußköpfchens und zu einer schmerzhaften Metatarsalgie (Mittelfußschmerz).

Konservative Therapie
Mit Einlagen, geeignetem Schuhwerk und Gymnastik kann man die Schmerzen zwar lindern, die Fehlstellung jedoch oft nicht zufriedenstellend korrigieren. Schmerzen und Druckstellen beim Gehen, selbst in weiten Schuhen führen die Patienten zum Arzt.

Sollte die Fehlstellung stark ausgeprägt sein, der individuelle Leidensdruck hoch und die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft sein, so empfehlen sich operative Maßnahmen. Wir wenden etablierte  Verfahren an, die auch miteinander kombiniert werden können. Welche Operationstechnik angewendet wird, hängt von dem Patienten und der jeweiligen Fehlstellung ab.

Operative Therapie
Die bei uns am häufigsten durchgeführten Operationstechniken:

  • Operationstechnik nach Austin/Chevron (subcapitale Verschiebeosteotomie, „kleine OP“): Der erste Mittelfußknochen wird unterhalb des Gelenkköpfchens durchtrennt. Das ganze Gelenk wird wieder in die korrekte Stellung verschoben und die überstehenden Knochenteile entfernt. Dadurch kann die Wiederherstellung einer ungestörten Gelenkfunktion ermöglicht werden. Gehalten wird die Korrektur durch einen dünnen Draht, der meist nicht entfernt werden muss. In der Knochenheilungszeit (ca. 4–5 Wochen) darf der Fuß in einem speziellen Schuh belastet werden. Bei komplikationslosem Verlauf ist langfristig keine Einschränkung im Aktivitätsniveau zu erwarten.
  • Operationstechnik nach Lapidus (TMT-I Arthrodese, „große OP“): Ist der Spreizfuß und Hallux valgus sehr ausgeprägt, kommt keine Korrektur am Mittelfußköpfchen mehr in Frage. Dies ist der Fall bei einem sehr großen Winkel zwischen den ersten beiden Mittelfußknochen (mehr als 18°–20°; normal ist 8°–10°). Es wird eine Stabilisierung/Verschraubung im Übergang vom Mittelfuß zur Fußwurzel vorgenommen. Mit dieser Operation kann man sehr große Winkel korrigieren. Die Knochenheilungszeit beträgt ca. 8 Wochen, in denen der Fuß NICHT oder nur teilweise belastet werden darf.
  • Operationstechnik nach Akin (Grundgliedbasisosteotomie): Liegt zusätzlich eine Verkrümmung der großen Zehe selbst vor, kann hier durch eine zusätzliche Korrektur die Stellung verbessert werden.

Die Zehen 2 bis 5 sind hierbei im Mittel-, manchmal auch im Endgelenk stark gebeugt, häufig mit schmerzhaften Schwielen (Hühneraugen). Der Zeh ist im Laufe der Zeit nicht mehr aktiv zu bewegen (später auch nicht mehr passiv). Auch die Grundgelenke sind häufig von Fehlstellungen betroffen – Verschiebung nach oben (dorsale Subluxation oder Luxation). Manchmal treten auch Hornhautschwielen an den Zehenkuppen auf. Die Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen an der Fußsohle bei Spreizfuß und Hallux valgus können bei Kombination mit Hammerzehen verstärkt auftreten. In manchen Fällen drückt auch ein ausgeprägter Hallux valgus die kleinen Zehen zur Seite, sodass häufig beide Fehlstellungen zusammen korrigiert werden.

Operative Therapie
Über einen Hautschnitt längs auf dem Zeh wird das Mittelgelenk – manchmal auch das Grundgelenk – freigelegt. Ein Teil des Mittelgelenkes wird entfernt, wenn nötig die Streck- und/oder Beugesehne korrigiert. Die Zehen werden insgesamt etwas kürzer. Das Mittelgelenk soll bei erfolgreicher Operation gerade und fest sein (Arthrodese). Je nach Ausprägung der Hammerzehe wird der betroffene Zeh für 4–6 Wochen mit einem Draht geschient, der dann ambulant in der Fußsprechstunde gezogen werden kann.

In leichten Fällen reicht bei flexiblen Hammerzehen die Durchtrennung der langen Beugesehne mit anschließender Fixation der Zehe in Korrekturstellung Tapeverband.

Ähnlich der Hallux valgus-Fehlstellung kann es durch den Spreizfuß zu einem Überstehen des fünften Mittelfußköpfchens am Fußaußenrand kommen. Es entstehen häufig Schuhprobleme und Druckschmerzen über dem Kleinzehenballen, es kann auch zu akuten oder chronischen Scheimbeutelentzündungen kommen. Häufig neigt sich die kleine, fünfte Zehe zur vierten Zehe.

Das Großzehengrundgelenk ist am Fuß das am häufigsten von Arthrose betroffene Gelenk. Dabei kommt es zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung bis hin zur völligen Versteifung, häufig in Fehlstellung. Das Abrollen des Fußes ist nur noch schwer möglich oder sogar unmöglich.

Kommen Patienten mit einer Schuhversorgung mit steifer Vorfußballenrolle zur Abrollhilfe oder Einlagen mit Rigidusfeder nicht mehr zurecht, gibt es verschiedene Operationsverfahren:

Operative Therapie

  • Operation nach Youngswick: Bei nur initialer Arthrose und teilweise erhaltenem Gelenk erfolgt eine Entlastung des Gelenkes durch Stellungskorrektur unter leichte Verkürzung des Mittelfußknochens. Die Stellungskorrektur wird mit einem Draht fixiert. Die bereits bestehende Arthrose bleibt, das Fortschreiten kann aber verzögert werden.
  • Cheilektomie: Bei noch teilweise erhaltenem Gelenk mit größeren bewegungseinschränkenden Knochenanbauten (Osteophyten), werden diese an der Grundgliedbasis und am Mittelfußköpfchen keilförmig abgetragen.
  • Arthrodese (Versteifung): Ist der Gelenkknorpel komplett abgenutzt und das Gelenk zerstört, so ist eine Großzehengrundgelenksarthrodese in Funktionsstellung notwendig. Damit kann wieder ein gutes Gangbild, schmerzfreies und kraftvolles Abrollen erfolgen. Das ehemalige Gelenk wird mit Drähten, Schrauben oder einer Platte fixiert. In der Regel wird das eingebrachte Metall nur bei lokalen Druckproblemen entfernt.



Der Plattfuß bei jungen Patienten ist in den meisten Fällen veranlagt. Häufig ist der Plattfuß kombiniert mit anderen Fehlformen wie dem Knick- seltener Spreizfuß. Solange sich das innere Fußgewölbe aktiv und passiv aufrichten lässt, spricht man von einem flexiblen Plattfuß, wenn nicht von einem rigiden Plattfuß. Der flexible Plattfuß des Schulkindes und Jugendlichen kann häufig durch Verordnung von Einlagen und Krankengymnastik erfolgreich behandelt werden. In seltenen Fällen ist ein operativer Eingriff notwendig. Verursacht ein Plattfuß keine Beschwerden, so ist in der Regel keine Behandlung notwendig.

Der erworbene Plattfuß des Erwachsenen entsteht im Laufe des Lebens. Ursachen können z. B. ständige Überlastung des Fußes bei Übergewicht, langem Stehen, Verletzungen, Entzündungen und degenerativen Veränderung der inneren Unterschenkelsehne (Tibialis posterior-Sehne; innerer Steigbügel) sein.

Operative Therapie
Welche Operationstechnik angewendet wird, hängt von dem Patienten, dem Patientenalter und der Schwere der Fehlstellung ab:

  • SinusTarsi-Implantat: Bei den harmlosen Formen des behandlungsbedürftigen flexiblen jugendlichen Plattfußes hat sich das vorübergehende Einsetzen spezieller Implantate  in den Canalis tarsi (Arthrorise) oder einer Schraube in das Fersenbein (Calcaneus Stop Schraube) bewährt.
  • Medialisierende Calcaneus Osteotomie: Durchtrennung des hinteren Fersenbeines mit Verschiebung nach innen und Verschraubung zur Korrektur der Rückfuß-X-Stellung.
  • Calcaneus Verlängerungs Osteotomie: Verlängerung des Fersenbeines nach Durchtrennung im vorderen Anteil mit Einsetzen von Knochenspänen oder eines Platzhalters, die sogenannte Evans-Osteotomie, wodurch sich das nach innen gedrehte Sprungbein gerade richtet und sich das Fersenbein zusätzlich aus der Abflachung aufrichtet.
  • Talo-navicular Gelenks Arthrodese: Versteifung des Sprungbein-Kahnbeingelenkes (Talo-Navicular Gelenk), Korrektur und Aufrichtung des Fußes bei Patienten mit beginnender oder fortgeschrittener Arthrose (Verschleiß).
  • Arthrodese unteres Sprunggelenk: Bei sehr fortgeschrittenen Fällen und/oder starker Arthrose, werden das Sprungbein, Fersenbein, Kahnbein und Würfelbein zusammen fixiert.

Meist sind zusätzliche Weichtteileingriffe notwendig: Da beim spät erworbenen Plattfuß meist die Tibialis posterior-Sehne schwer entzündlich verändert oder sogar gerissen ist, sind manchmal begleitende Eingriffe an dieser Sehne notwendig. Dabei kann entzündliches Gewebe entfernt werden oder der körpernahe Teil der Sehne an eine benachbarte Sehne, meist die lange Zehenbeugersehne, angeheftet werden. Dadurch kann diese Sehne die Funktion der geschädigten Tibialis posterior-Sehne teilweise übernehmen.

In fast allen Fällen ist bei Verkürzung des Achillessehnenkomplexes und der Wadenmuskulatur eine Entlastung des Sehnenspiegels (sog. „Gastroc Slide“) nötig.

Diese Arthrose ist zwischen Sprungbein und Kahnbein lokalisiert. Typisch ist, dass es langsam zu einer schmerzhaften Einschränkung der Beweglichkeit beim Kreiseln des Fußes kommt. Im fortgeschrittenen Stadium ist ein Kreiseln nicht mehr möglich

Wie bei allen Arthrosen am Fuß gilt auch hier, dass man zunächst Therapien ohne Operation in Betracht ziehen sollte (konservative Therapie z. B. mit Einlagen, Spezialschuhen, Krankengymnastik, Injektionen etc.). Bei ausgeprägtem Befund und starken Schmerzen sollte allerdings eine Operation geplant werden. Hierbei würde es sich um eine Arthrodese handeln. Operationen, die in diesem Bereich durchgeführt werden, sind sowohl operativ als auch in der Nachbehandlungszeit aufwändiger als Operationen im Bereich des Vorfußes, sodass mit einer Nachbehandlungszeit von 12< >Wochen zu rechnen ist.

Bei dieser Arthrose ist das Abrollen des Fußes durch Anheben und Senken im oberen Sprunggelenk schmerzhaft eingeschränkt oder sogar aufgehoben.

Wie bei allen Arthrosen am Fuß gilt auch hier, dass man zunächst Therapien ohne Operation in Betracht ziehen sollte (konservative Therapie z. B. mit Einlagen, Spezialschuhe, Krankengymnastik, Injektionen etc.). Bei ausgeprägtem Befund und starken Schmerzen sollte allerdings eine Operation geplant werden. Entweder wird das obere Sprunggelenk verschraubt (Arthrodese) oder es kann in ausgewählten Fällen ein künstliches Gelenk (Endoprothese) eingesetzt werden. Operationen, die in diesem Bereich durchgeführt werden, sind sowohl operativ als auch in der Nachbehandlungszeit aufwändiger als Operationen im Bereich des Vorfußes, sodass mit einer Nachbehandlungszeit von 12< >Wochen zu rechnen ist.

Bei dieser Arthrose ist das Kippen der Ferse nach innen und außen schmerzhaft eingeschränkt oder sogar aufgehoben.

Wie bei allen Arthrosen am Fuß gilt auch hier, dass man zunächst Therapien ohne Operation in Betracht ziehen sollte (konservative Therapie z. B. mit Einlagen, Spezialschuhen, Krankengymnastik, Injektionen etc.). Bei ausgeprägtem Befund und starken Schmerzen sollte allerdings eine Operation geplant werden. Hierbei würde es sich um eine Arthrodese handeln. Operationen, die in diesem Bereich durchgeführt werden, sind sowohl operativ als auch in der Nachbehandlungszeit aufwändiger als Operationen im Bereich des Vorfußes, sodass mit einer Nachbehandlungszeit von 12 Wochen zu rechnen ist.

Bei der Morton-Erkrankung handelt sich um ein Nervenkompressions-Syndrom, d. h. um die Einengung eines Nervs. Am Fuß befinden sich Engstellen vor allem zwischen den zweiten und dritten sowie dritten und vierten Mittelfußköpfchen. Die Zehennerven liegen hier zwischen festen Muskelfasern und können z. B. durch Gewebeschwellung oder bei Fehlbelastung eingeklemmt werden. Bei längerer Schädigung kann sich an oder um die Nerven ein narbenartiger Knoten bilden, das sogenannte Morton-Neurom.

Symptome
Brennen, Taubheitsgefühl, Kribbeln und Schmerzen zunächst bei und nach Belastung, später in Ruhe und nachts, eventuell mit Hitzegefühl. Der Schmerz strahlt bis in die Zehen, aber auch bis in den Unterschenkel aus.

Die ärztliche Untersuchung des Fußes wird durch ein Röntgenbild ergänzt. Die Kernspintomographie (MRT) kann ein Morton-Neurom sichtbar machen. Leider treten die Beschwerden aber oft schon vor der Ausbildung eines nachweisbaren Knotens auf.

Konservative Therapie
Zunächst sollten flache, weite Schuhe mit dicker Sohle getragen werden, um die Nerven zu entlasten. Fehlstellungen und ein falsches Gangbild sollten behandelt werden. Bei Bedarf können orale Schmerzmittel eingesetzt werden. Eine Injektion hilft, Schmerzen und Entzündungsreiz zu lindern. Dabei wird ein Depot von örtlichem Betäubungsmittel und einem entzündungshemmenden Cortison zwischen die Mittelfußköpfchen gespritzt. Sie kann sowohl bei der Diagnosestellung helfen als auch zur Behandlung eingesetzt werden. Die Injektionen müssen in der Regel zwei- bis dreimal wiederholt werden, danach sind die Schmerzen bei einem großen Anteil der Patienten gelindert.

Operative Therapie
In langwierigen Fällen wird der Nervenknoten, vom Fußrücken oder der Fußsohle, operativ freigelegt und entfernt.

Operationsrisiken
bleibende Gefühlsstörungen, Rezidiv (erneutes Auftreten von Nervenschmerzen), lang anhaltende Schwellung

Ursachen
Ursache ist meist eine durch Überlastung hervorgerufene chronische Entzündung der Plantaraponeurose (Plantarfaszie) oder des Achillessehnenansatzes. Auch im Verlauf der Achillessehne kann es zu Entzündungen und degenerativen Veränderungen kommen. Die Plantaraponeurose ist eine derbe Faserplatte, die liegt in der Fußsohle direkt unter der Haut liegt und dort gut getastet werden kann. Sie erstreckt sich von der Ferse bis zu den Zehen und ihre Hauptfunktion ist es, das Fußlängsgewölbe zu stabilisieren.

Mit zunehmendem Alter nimmt an allen Sehnen die Elastizität des Gewebes ab. Bei zu hoher Belastung durch Sport, Übergewicht oder ungewohnter Aktivität kann es durch wiederholte Mikrotraumatisierungen zu dem Entzündungsreiz kommen. Die Plantarfaszie und die Achillessehne bilden eine mechanische Einheit, die bei jedem Schritt und auch im Stehen angespannt und belastet wird, sodass die Entzündung schnell chronisch werden kann.

Der knöcherne Fersensporn unten oder hinten am Fersenbein wird oft fälschlicherweise als Ursache angenommen, ist aber als Folge und nicht als Ursache der chronischen Entzündung zu sehen. Gelegentlich werden Fersenschmerzen auch aus anderen Gründen wie z. B. Nervenschmerzen entstehen.

Symptome
Anfangs treten die Schmerzen überwiegend morgens oder nach längerem Sitzen auf. In dieser Phase sind sie noch stechend und ziemlich genau lokalisierbar. Später schmerzt oft diffus die ganze Ferse.

Konservative Therapie

  • Die Plantarfasziitis und auch die Achillodynie sind nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch sehr hartnäckig und schwer zu behandeln. Deshalb müssen häufig mehrere Therapieformen ausprobiert werden. Am erfolgreichsten ist eine Dehnungsbehandlung – täglich über mehrere Wochen. Dabei ist zu beachten, dass die Schmerzen erstmal stärker werden können. Das sollte nicht zum Abbruch der Behandlung führen.
  • Körperliche Aktivitäten, welche die Füße belasten, sollten reduziert werden. D. h., Trainingspause,
  • Einlagen mit Stützung des Längsgewölbes, Umfassung der Ferse und Polsterung der Ferse sind ein wichtiger Bestandteil der Therapie.  
  • Zur Reduzierung der Entzündung kann lokal mit Kältetherapie, z. B. in Form von Eisakkus, gearbeitet werden.
  • Kurzzeitig können, wenn es keine Kontraindikationen gibt, entzündungshemmende Tabletten, ggf. auch alternative Mittel (z. B. Arnika, Enzympräparate) eingenommen oder auch lokal entzündungshemmende Salben aufgetragen werden.
  • Falls Sie übergewichtig sind, versuchen Sie Ihr Körpergewicht zu reduzieren!
  • Mit Physiotherapie kann versucht werden, Ihr Muskelungleichgewicht auszugleichen, die Dehnungsübungen zu kontrollieren und anzuleiten sowie die Schmerztherapie zu unterstützen.
  • Zur Anregung des Stoffwechsels kann z. B. mit therapeutischem Ultraschall, Elektrotherapie, Röntgenreizbestrahlung, Friktionsmassagen oder Stoßwelle gearbeitet werden. (Stoßwellentherapie ist eine Therapieoption, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Sie wird von einigen niedergelassenen Orthopäden als Selbstzahlerleistung angeboten.)
  • Nachtlagerschienen können zusätzlich die verkürzte Fuß- und Wadenmuskulatur dehnen und damit besonders die morgendlichen Schmerzen lindern.
  • An den Ansatz der Sehnenplatte (Plantarfascie) kann zur Schmerzreduktion und zur lokalen Entzündungshemmung eine Spritze mit einem lokalem Betäubungsmittel und einem Kortisonpräparat gesetzt werde. Hierbei müssen Kontraindikationen beachtet werden (Allergien, Einnahme von blutverdünnenden Mitteln). Es sollte maximal dreimal erfolgen.

Falls sich kein Therapieerfolg einstellt, ist eine vorübergehenden komplette Ruhigstellung des Fußes im Gips oder in einer Unterschenkelstiefelorthese in Erwägung zu ziehen.

Operative Therapie

Bei den meisten Patienten ist die konservative Therapie erfolgreich. Nur bei über längere Zeit therapieresistenten Beschwerden empfiehlt sich eine Operation. Dabei wird bei einer Plantarfaziitis durch eine Einkerbungsoperation der Ansatz der Sehnenplatte entlastet, ggf. in Kombination mit Freilegung der Nervenendigungen. An der Achillessehne können Knochen am Fersenbein oder Verkalkungen in der Sehne entfernt werden – manchmal auch Narbengewebe in der Sehne.  Gelengentlich muß der Museksehnenkomplex an der Wade verlängert werden.

Der Fersensporn selbst wird in der Regel NICHT abgetragen!!!

Nach der Operation schließt sich in der Regel eine 14-tägige Teilbelastung des operierten Beines an Unterarmgehstützen an. Insgesamt dauert die innere Heilung ca. sechs bis acht Wochen. Mit einer Schwellneigung über mehrere Monate ist zu rechnen. Leider liegz die Heilungschance nach solch einer Operation auch nicht bei 100 Prozent, deshalb sollte die Entscheidung zur Operation gut überlegt sein.

Langzeitprognose
Auch wenn Ihre Beschwerden erfolgreich behandelt worden sind, kann die Ursache bestehen bleiben oder wiederkehren. Deshalb ist das Fortführen der Dehnungsübungen, das Tragen von komfortablem Schuhwerk mit Einlagen und die Kontrolle des Körpergewichtes enorm wichtig, um ein Rezidiv der Entzündung zu verhindern.

Bei der rheumatoiden Arthritis, aber auch als Folge anderer entzündlicher Erkrankungen, kommt es häufig zur Mitbeteiligung der Gelenke im Fußbereich mit ausgeprägter Gelenk- und Knochenzerstörung sowie Fehlstellungen. Diese verursachen Schmerzen beim Gehen und sogar in Ruhe und führen damit zu einer erheblichen Einschränkung der Mobilität und Lebensqualität.

Luxation der Grundgelenke und ausgeprägte Schwielenbildung oder Rheumaknoten machen eine komplexe Operationen notwendig. Ziel der durchgeführten Operation ist die Schmerzreduktion und die Verbesserung der Funktion des Fußes beim Laufen. Auch die Schuhversorgung gestaltet sich oft einfacher.

Mögliche Operationen:

  • Versteifung (Arthrodese) des Großzehengrundgelenkes in Funktionsstellung: Damit kann wieder ein gutes, schmerzfreies und kraftvolles Abrollen erfolgen. Das zerstörte und in Fehlstellung stehende Großzehengrundgelenk wird mit Drähten, Schrauben oder Platte fixiert. In der Regel muss das Metall nur entfernt werden, wenn es stört.
  • Entfernung (Resektion) der Mittelfußköpfchen II-V nach Hoffmann-Tillmann: Bei starker Destruktion der Mittelfußknochenköpfchen werden diese über einen Schnitt im Bereich der Fußsohle unter Ausschneidung der Schwielen entfernt. Somit wird zum einen der Schmerz, welcher durch die zum Teil sehr schwere Gelenkzerstörung verursacht wird, gebessert, zum anderen wird auch die Fehlstellung korrigiert. Die häufig zusätzlich bestehenden Hammerzehen werde ebenfalls gerichtet. Die Zehen müssen nach der Operation über Drähte oder Pflasterverbände bis zur Knochenheilung in der Korrekturstellung gehalten werden. Diese Drähte werden nach 6 Wochen im Rahmen der Kontrolle ambulant entfernt.
  • Entfernung (Resektion) der Grundgliedbasen der Zehen nach Stainsby: Wenn bei ausgeprägten Hammer-/Krallenzehen mit bereits eingetretenen Luxationen (Auskugelungen) der Zehen nach fußrückenwärts und die Mittelfußköpfchen intakt sind, werden die Zehengrundgliedbasen entfernt und die abgetrennten Zehenstreckersehnen an die Zehenbeuger-Sehnen in Höhe des jeweiligen Mittelfußköpfchens geheftet. Eine Draht-Transfixation für ca. 6 Wochen ist notwendig.
Abbildung Auszeichnung FOCUS Top Mediziner 2017 Fußchirurgie
Link zu Dr. Hase in der FOCUS-Ärztesuche

Ärztliche Leitung

Abbildung Dr. Charlotte Hase

Dr. Charlotte Hase
Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie

Kontakt

Tel. 07822 430-210
Fax 08722 430-602
E-Mail: fusschirurgie(at)le.ortenau-klinikum.de

Fußschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden des Menschen. Die Ursachen sind vielseitig, neben der Fehlbelastung sind es vor...

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