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Ortenau Klinikum bündelt Kräfte im Kampf gegen Krebs

Klinikverbund plant Einrichtung eines Viszeralonkologischen Zentrums Ortenau (VZO)/ Spezialisierung ermöglicht mehr Krebspatienten eine komplexe Behandlung in der Region

Prof. Dr. Uwe Pohlen, Chefarzt der Fachklinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl

Dr. Werner Lindemann, Chefarzt der Fachklinik für Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Thoraxchirurgie sowie Urologie am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim

Das Ortenau Klinikum will in Zukunft möglichst viele der Patienten aus der Ortenau behandeln, die aufgrund einer Krebserkrankung eine komplexe Operation im Bauchraum benötigen. Sogenannte viszeralonkologische Eingriffe sollen künftig in einem hausübergreifenden Viszeralonkologischen Zentrum Ortenau (VZO) vorgenommen werden. Das Zentrum soll in den kommenden Wochen im Klinikverbund umgesetzt werden.

„Durch eine engere Zusammenarbeit unserer Klinik-Betriebsstellen erreichen wir in Zukunft eine höhere Spezialisierung und können die Qualität unserer Leistungen weiter verbessern. Damit wollen wir mehr betroffenen Menschen in der Ortenau ermöglichen, diese komplexe Operation wohnortnah vornehmen zu lassen“, so Keller zu den Vorteilen des neuen Zentrums. Außerdem vernetze sich der Klinikverbund somit noch stärker und sichere weiter seine medizinische Leistungsfähigkeit. Ein weiterer Vorteil des neuen Zentrums sei es, eine noch attraktivere Ausbildung für junge Mediziner bieten zu können und somit auch weiterhin gutes Personal zu gewinnen, erläuterte Keller. Darüber hinaus stelle sich das Ortenau Klinikum der zunehmenden Forderung von Politik, Kassen und Fachgesellschaften nach Mindestmengen zur Qualitätssicherung. Ein Parallelangebot in hochspezialisierten Bereichen an verschiedenen Betriebsstellen könne womöglich dazu führen, diese Leistungen in Zukunft nicht mehr anbieten zu können.

Um diese Vorteile zu erreichen, haben die beiden Chefärzte der viszeralchirurgischen Kliniken am Ortenau Klinikum Lahr-Ettenheim, Dr. Werner Lindemann, und am Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl, Professor Dr. Uwe Pohlen, in Zusammenarbeit mit dem Leiter des Onkologischen Zentrums Ortenau (OZO), Priv.-Doz. Dr. Carsten Schwänen, ein gemeinsames Konzept für das neue Krebszentrum abgestimmt. Im Rahmen der Agenda 2030 hatte der Kreistag im vergangen Jahr unter anderem beschlossen, die Leistungsangebote an den Betriebsstellen Lahr und Offenburg weiter auszudifferenzieren und beide Betriebsstellen im Bereich der Maximalmedizin auszubauen.

Im Wesentlichen sieht das Konzept bei komplexen viszeralonkologischen Eingriffen eine klar definierte Aufteilung des hochspezialisierten Spektrums zwischen den Betriebsstellen Lahr und Offenburg vor. Während an beiden Betriebsstellen , bisher alle Eingriffe am Gastrointestinal-Trakt vorgenommen wurden, wird sich das Ortenau Klinikum in Lahr in Zukunft auf onkologische Operationen im oberen Bauchraum (z.B. Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Magen), das Ortenau Klinikum in Offenburg auf onkologische Operationen im unteren Bauchraum (z.B. Dickdarm, Mastdarm) weiter spezialisieren. Beide Häuser haben in der Vergangenheit bereits Schwerpunkte in diesen Bereichen gebildet und verfügen deshalb über eine besondere Expertise. Notfälle sind von der Aufteilung ausgenommen und werden nicht in das jeweils andere Haus verlegt, wenn die Dringlichkeit eine Operation vor Ort notwendig macht. Nicht komplexe Viszeralchirurgische Eingriffe werden auch weiterhin an allen bisherigen Betriebsstellen mit diesem Angebot durchgeführt.

Ein weiterer zentraler Punkt des Konzepts ist die Einrichtung einer sogenannten Tumorkonferenz, in der die Experten alle viszeralonkologischen Fälle im Ortenau Klinikum besprechen werden. Patienten profitieren damit bei der Diagnosestellung und der Festlegung der Therapie von der Expertise des gesamten Klinikverbundes.

Als dritten wesentlichen Bestandteil des neuen Zentrums will das Ortenau Klinikum einen hausübergreifenden Ausbildungsweg „Spezielle Viszeralchirurgie“ für Mediziner in der Weiterbildung einrichten. Durch die höhere Spezialisierung der Häuser wächst die Attraktivität einer Ausbildung im Ortenau Klinikum für junge Ärzte. Sie sollen während ihrer Weiterbildung zwischen den Betriebsstellen wechseln und so das gesamte Spektrum der viszeralonkologischen Eingriffe kennenlernen.

Mit der Einrichtung des viszeralonkologischen Zentrums Ortenau erweitert das Ortenau Klinikum die Zahl seiner Organzentren wie beispielsweise das Darmzentrum Ortenau, das Pankreaszentrum Lahr, die Brustzentren Lahr und Offenburg oder das Prostatakarzinomzentrum in Offenburg. Sie alle sind gebündelt im Onkologischen Zentrum Ortenau (OZO), in dem das Ortenau Klinikum Krebserkrankungen ganzheitlich und fachübergreifend behandelt. Ziel der Zusammenarbeit aller in die Krebsbehandlung eingebundenen Fachdisziplinen ist die Versorgung der Patienten nach internationalen Standards.